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                                Reich Gottes

 

Ziel jeder Religion ist es, den Menschen Heil zu bringen. Das Wort "Heil" kommt aus dem Begriff "Ganz" - etwas vereinfacht gesagt: Heil ist eine ganze Sache, nichts Halbes. Dem Heil der Menschen verpflichtet, zog er mit seinen Anhängern als Wanderpredigers  durchs Land - Jesus von Nazareth. Er sprach vom Heil und  nannte es das Reich Gottes. Jesus verkündete mit dem Reich Gottes etwas Gewaltiges und kaum Fassbares: eine heile Welt als letztendliches Ziel der Geschichte. Kann eine solche Welt mehr als nur die idealisierte Vorstellungen eines von der Wirklichkeit abgehobenen Wanderpredigers sein?

Christen und das sind immerhin über 2 Milliarden Menschen, sehen in Jesus jedoch nicht nur den guten Menschen von Nazareth, sondern sie sehen in ihm den zum Menschen gewordenen Gott, der den göttlichen Willen kundtat und vorlebte.  Wenn er aber wirklich der zum Menschen gewordenen Gott  ist, so legitimiert dies auch seine Botschaft - das Evangelium vom Reich Gottes. Das Evangelium ist dann keine Utopie, sondern weist in die Zukunft der Menschheit. Und diese Reich hat mit dem Wirken Jesu in Galiläa vor 2000 Jahren schon begonnen! Von diesem Anfang her - dem status nascendi - soll nun das Reich immer mehr kommen und sich im Heil der Menschheit vollenden. Seitdem betet die Christenheit: "Dein Reich komme!".

Allerdings, wenn man in den TV-Nachrichten unsere heutige globalisierte Welt, abends für abends    wahrnimmt, sieht man in weiten Teilen der Welt Terror und Kriege, Armut und Hunger,  Umweltkatastrophen und Massenarbeitslosigkeit. Die Globalisierung führt dazu, dass eine Immobilienkrise in den USA das gesamte Weltfinanzsystem in heftige Turbulenzen versetzt und dass ein endlich besseres Leben in den Schwellenländern Indien und China und der Versuch, der drohenden globalen Klimakatastrophe mit der verstärkten Produktion von Biokraftstoff entgegen zu treten, zur weltweiten Lebensmittelverknappung, zu einem rasanten Preisanstieg für Grundnahrungsmittel und zu Hungerrevolten in den ärmsten Ländern führt. Dort kann die unproduktive Landwirtschaft und die fortschreitende Umweltzerstörung die Ernährung der Bevölkerung aus eigenen Kräften nicht mehr gewährleisten. Das Reich Gottes dagegen, indem das Heil gedeihen soll, scheint aber immer noch im status nascendi zu sein.

Warum ist die Welt trotz des Wirkens des Heilandes nicht heil? Dies ist die Grundfrage des Christentums und darüber hinaus in mehr oder minder  abgewandelter Form jeglicher Religion. Wenn wir sie beantworten könnten, würde sich auch der weitere Weg hin zu mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit in dieser Welt - hin zum Reich Gottes - abzeichnen. Allein dies rechtfertigt, sich dieser Frage ernsthaft zu stellen - auch auf die Gefahr hin, dass die Antwort letztendlich nicht jeden überzeugt.

Dazu müssen Achtungszeichen und Warnschilder gesetzt werden: Unsere Lage gleicht der eines Menschen, der Fernsehmechaniker werden will. Er muss sich erst mit  Elektrodynamik und Elektronik sowie mit der dahinter stehenden Mathematik beschäftigen, bevor er endlich praktisch am Fernseher arbeiten kann. Wir dagegen müssen zuerst wissen, was das Reich Gottes ist und wie es funktioniert. Man muss hier auch etwas über Gott wissen, der ja an sich ein Geheimnis ist, um dessen Reich es sich aber handelt, und da kann nur etwas durch die Verkündigung von Jesus Christus in Erfahrung gebracht werden. Man kommt mit ethischen Tatbeständen wie Liebe und Gerechtigkeit in Berührung, muss Gleichnisse und die Bergpredigt verstehen, um schließlich mit ungewöhnliche Etappen des Weges wie Umkehr, Neugeburt und Heiligung konfrontiert zu werden.

Mit dieser Sprache wird eine heile oder heilige Welt beschrieben und dies sogar noch vor 2000 Jahren, die so gar nichts mit der rauen Wirklichkeit unserer heutigen globalisierten Zivilisation zu tun haben scheint. Doch der Schein trügt. Zu Zeiten Jesu waren die Verhältnisse keinesfalls besser, sondern im Gegenteil regelrecht trostlos. Gesundheitsfürsorge und soziale Sicherungssysteme gab es nicht. Die Lebenserwartung war extrem niedrig, weil Krankheiten nicht beherrscht wurden und die Menschen schon in jungen Jahren  dahinrafften. Die Armen des Landes  - und das war wegen einer maßlosen Steuer und Abgabenlast die Mehrheit des Volkes  - hätten die heutigen Hartz IV Empfänger regelrecht beneidet. Wer aufmuckte, wurde von der Besatzungsmacht - den Römern - mit barbarischer Brutalität vernichtet. So ließ der Feldherr Varus im Zuge einer Vergeltungsaktion 3000 Juden, in der überwiegenden Mehrheit völlig Unschuldige, kreuzigen.

Da war  es die Mission Jesu, den Menschen mit dem Gottesreich eine Perspektive des Heils zu eröffnen. Das Reich Gottes verhieß eine Alternative - es war die Verheißung einer Gesellschaftsordnung, in der  Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit herrschte, in der keiner zu hungern brauchte und und in der es vor allem  menschlich zuging. Mit seiner Ethik formulierte Jesus in einer den damaligen Menschen gut verständlichen Weise die dazu notwendigen Sozialisationserfordernisse. Diese Gottesreich soll sich nun in einem evolutionären Prozess - der Heilsgeschichte entwickeln, um schließlich seine Vollendung zu finden. Doch es ist nicht zum Nulltarif zu bekommen. In jeder historischen Epoche ist es für die Menschen eine Herausforderung, auch für uns heute. Das Reich Gottes wird für unsere Epoche  wegen der weltumspannenden sozialen Frage immer aktueller.

Wenn sie in diese Welt eintauchen wollen und sich selbst überzeugen wollen, wie es mit ihr bestellt ist, dann klicken Sie Start.    

                Lutz Franz   2008 
                                                                                            
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