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                                                      Evangelium

                    

Das Evangelium - die frohe  Botschaft - ist die Grundlage christlichen Glaubens. Glaube wird wirksam, wenn das Evangelium durch die Gläubigen verinnerlicht, die praktische Ausrichtung menschlichen Lebens zu bestimmen beginnt. Von Evangelien wird dabei im dreifachen Sinne gesprochen. Alle drei Bedeutungen haben etwas mit Jesus Christus zu tun. Dies ist verwirrend. Glaubensklarheit erfordert deshalb, die drei Bedeutungen sauber auseinander zu halten :

 

 

·                   1. Die frohe Botschaft vom Reich Gottes

 Im ursprünglichen Sinn ist das Evangelium die Botschaft, die Jesus Christus selbst verkündet hat. Es ist gute Botschaft vom Reich Gottes, vom Ziel der gesamten Heilsgeschichte. In ihr wird der göttlichen Wille als Wille zum Heil deutlich. Die Botschaft  vom Gottesreich zu verkünden und ihr zu leben, ist Jesu Mission - der Sinn und das Ziel seines Kommens. In der Verkündigung dieser Botschaft charakterisiert Jesus Christus das Gottesreich durch Gleichnisse und er gibt den Menschen mit seiner Ethik, insbesondere mit der Bergpredigt, Verhaltensorientierungen für ein Leben im  Gottesreich an die Hand.

 

                      2. Die frohe Botschaft von Jesus Christus

Während bei Jesus das Reich Gottes im Mittelpunkt der Verkündigung steht, rückt Paulus  in seiner eigenen Verkündigung die Person Jesus Christus  in den Mittelpunkt. Danach ist das Evangelium die Botschaft von Jesus Christus als ewiges Heil (Rö 1, 16). Mit Jesus Christus ist Gottes Gnade der Menschheit zuteil geworden, die Versöhnung und Erlösung bewirkt - eine Erlösung aus Sünde und Tod. Diese Interpretation rührt vom traditionellen jüdischen Verständnis von Sünde, Sühne und Opfer her. Sie war durch die jüdische Zuhörerschaft leicht nachzuvollziehen und ebnete den Übergang vom orthodoxen Judentum hin zum Judenchristentum und damit letztlich zum Christentum selbst. Und sie ging in die klassische Christologie  - als Lehre von der Person und dem Werk Jesu Christi - ein.

 

             3. Die frohe Botschaft nach den Evangelisten

Als Evangelien werden schließlich auch die Berichte von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes bezeichnet, so wie sie im neuen Testament vorzufinden sind. Den so verwendete Begriff Evangelium prägte Markus (Mk 1,1) und die Verfasser der Evangelien wurden danach als Evangelisten bezeichnet. Die Vorgehensweise der Evangelisten bestand darin, die Botschaft Jesu in anschauliche Berichte vom Leben, Wirken und Sterben Jesu einzubetten. Allerdings dürfen die Evangelien nicht als  Biographien missverstanden werden, die strengen historischen Gesichtspunkten standhalten. Das historische und biographische Interesse trat hinter dem kerygmatischen Interesse zurück, mit dem Jesus als Menschensohn, Gottessohn und Heiland verkündet  wurde. Anhand der in den Evangelien ausgebreiteten biographischen Details, suchten die Evangelisten das Heilshandeln Jesu zu verdeutlichen .

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