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                                                                                 Gleichnisse

Gleichnisse dienten Jesus dazu, das Gottesreich zu charakterisieren und seine Besonderheiten darzustellen. Unbekanntes wurde durch Bekanntes erschlossen. Dadurch konnte er komplizierte Sachverhältnisse so verdeutlichen, dass das Gemeinte unmittelbar verständlich wurde. In seinen Gleichnissen geht es um Felder und Weinberge, um Saat und Ernte, um Hirten und Herden - also um Tagtägliches aus dem Leben des Volkes, mit dessen Hilfe Jesus an die Besonderheiten des  Gottesreiches  heranführte. Es ging aber auch um Sachverhalte, die zu Jesu Zeiten zwar jeden Menschen geläufig waren, uns jedoch nicht mehr  so ohne weiteres klar sind. So müssen die Gleichnisse entschlüsselt werden und die Entschlüsselung macht deutlich, dass Jesus mit dem Gottesreich eine soziale Vision verkündete, die zugleich auch eine Verheißung ist:

Das Reich Gottes entsteht nicht plötzlich, durch einen Umbruch oder revolutionären Akt, sondern durch allmähliches Wachstum, durch eine evolutionäre Entwicklung. Dieses Wachstum wird von Gott bewirkt.

          Gleichnis vom Wachstum der Saat  (Mk 4,26-29)

Das Reich Gottes verwirklicht sich unter den Menschen. Sie stellen das Feld dar, auf dem die Saat gedeiht und Frucht bringt. Nicht alle taugen für das Reich und so wird die Saat auch oftmals nicht aufgehen. Dies ist jedoch kein Grund für Ungeduld, Pessimismus oder gar Resignation. Denn diejenigen, die das Wort Gottes aufnehmen und den Heilswille Gottes leben, dienen dem Reich und bringen reichen Segen.

          Gleichnis vom Säemann (Mt 13,3-8; Mk 4, 3-8; Lk 8,5-8)

Das Reich wächst aus unscheinbaren Anfängen heraus, lange Zeit sogar im Verborgenen. Doch es wird letztlich die ganze Welt umspannen.

                Das Gottesreich wächst extensiv, durch Nachfolger, welche in das Reich eintreten.

          Gleichnis vom Senfkorn (Mt 13, 31-32; Mk 4, 30-32; Lk 13, 18-19)

             Und es wächst intensiv, indem es alle Lebensbereiche durchdringt

             Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33; Mk 13, 20-21)

Das Reich Gottes polarisiert die Menschen. Am Gottesreich scheiden sich die Geister.

Es ist jedoch nicht die Aufgabe von Menschen, zu richten. Jesus richtet die Welt nach
sozialen Kriterien:

 

          Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.

                           Mt 25, 40

         Ohne soziale Kompetenz kann das Gottesreich und seine Gerechtigkeit nicht wahrgenommen werden.

            Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen ( Mt. 13,24-30) 

          Doch keiner soll verloren gehen. Niemand wird aufgegeben. Und wenn die Verlorenen
heim ins Gottesreich finden, ist das Heil - eine Zeit der Freude.

Ein Schaf, das die Herde verloren hat, irrt umher. Schließlich legt es sich nieder. Es  ist durch nichts zu bewegen, wieder aufzustehen.   Der gute Hirte sucht es und wenn er es gefunden hat, nimmt er es über die Schulter und trägt es voll Freude in die Geborgenheit der Herde zurück. 

             Gleichnis vom verlorenen Schaf  (Mt 18, 12-13; Lk 15,3-7)                  

Eine arme Frau hat Geld verloren. Als sie nun das Verlorenen wieder findet, ist die  Freude groß. Und der Mensch als Ebenbild Gottes ist wertvoll. Er ist wert, ins  Reich Gottes einzugehen. Wenn  eine Mensch, der in Entfremdung von seinem eigenen Wesen unter Wert gelebt hat,  ins Gottesreich eingeht, so ist dies Anlass zu tiefer Freude.

              Gleichnis von der verlorenen Drachme  (Lk 15,8-10)

Ein Sohn hat sich sein Erbteil auszahlen lassen und bringt es nun durch. Dann gerät er in tiefe Not. Er sieht schließlich keinen Ausweg mehr, als zurückzukommen und sich dem Vater zu stellen. Der Vater nimmt ihn liebevoll wieder auf und feiert zu seinem Ehren ein großes Freudenfest.

            Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) 

        Das Gottesreich ist für jedem von großem Wert. denn es bedeutet Heil
- die Vollendung des Menschen in der Gemeinschaft mit Gott.

Das Reich Gottes gleicht einem Schatz, der in einem Acker gefunden wird. (Der Fund eines Schatzes im alten Orient war gleichbedeutend mit dem Gewinn eines gut gefüllten Jackpots heutzutage.) Doch ehe der wertvolle Schatz  gehoben werden kann, muss der Acker erst erworben werden. Zum Eintritt ins Gottesreich bedarf es der Nachfolge und damit Einsatzes und Engagements.

               Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt. 13,44)

Ein Kaufmann kann eine überaus kostbare Perle kaufen. Ihr Glanz ist so strahlend, dass er jeden Preis zahlt und alles dafür hingibt, was er hat. Der Erwerb der Perle erfüllt ihn mit tiefer Freude und Befriedigung. Dies ist vergleichbar mit der Freude im Gottesreich, die sich aus  dem erhebenden Gefühl gleicher Gesinnung, gleichen Tun und Wollens und aus der Geborgenheit in der Obhut Gottes ergibt. 

                Gleichnis von der köstlichen Perle (Mt 13, 45-46)

 Das Reich Gottes, seine Königsherrschaft kann Gott nur selbst bewirken.

Doch er beruft Menschen zur Mitarbeit und damit zum Aufbruch in sein Reich. Deshalb heißt es hellwach zu sein. um den Ruf wahrzunehmen und den Willen Gottes zu tun.

          Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Mt 25, 1-13)

Der Ruf Gottes löst immer eine Entscheidung aus, denn die Folgen sind einschneidend und verändern radikal das bisherige Leben. Hierbei ist eine Nein mit anschließendem Gesinnungswandel besser als ein Ja, dem kein Tun folgt.

             Gleichnis von den ungleichen Brüdern (Mt 21, 28-31)

 Im Gottesreich  gilt es alle Talente einzusetzen. Denn das Wort Gottes ist den Menschen anvertraut. Mit den vorhandenen Pfunden soll gewuchert werden. Denn wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt.

            Gleichnis von den anvertrauten Talenten   (Mt 25,14-30)        

 Dabei gilt es klug, besonnen, aber auch entschlossen und mutig zu handeln.

         Gleichnis vom klugen Haushalter  (Lk 16, 1-8)

Auch im Reich Gottes beruht die Existenz auf Arbeit. Gearbeitet wird so, wie es die wirtschaftliche Situation und der vorhandene Bedarf erfordert. Die Einen arbeiten länger, die Anderen kürzer. Privilegien gibt es keine. Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten - es gibt keinen Unterschied. Alle erhalten den Lohn, der ihnen eine gesicherte Existenz ermöglicht. Der Dämon der Arbeitslosigkeit ist gebannt.

        Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg  (Mt 20, 1-16)

Im Reich Gottes gibt es keine Randgruppe und Marginalisierten. Alle sind zum großen Mahl - das als Metapher zum Gottesreich dient - geladen. Alles ist bereitet. Doch nicht alle erscheinen und einige misshandeln oder töten sogar diejenigen, welche die Einladung überbringen. Und so werden weitere eingeladen, auch Bettler und Obdachlose, bis auch der letzte Platz gefüllt ist. Die Erschienenen nehmen gleichberechtigt am Mahl teil.  Es ist für alle genug zum Essen und Trinken da. Und es wird eine Tischgemeinschaft praktiziert, bei der alle sozialen Trennungen überwunden sind.

        Gleichnis vom großen Abendmahl (Mt 22, 1-10; Lk.14, 16-24)

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