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                                     Reich Gottes

 

Was bedeutet Reich Gottes?

In weiten Teilen der Welt herrschen Terror und Kriege, Armut und Hunger, Umweltzerstörung und Naturkatastrophen, Massenarbeitslosigkeit und sozialer Abstieg, Aids und Tod. Diese Welt ist nicht heil und so ist die Sehnsucht nach dem Heil zu einer Ursehnsucht der Menschheit geworden. Doch gerade in dieser Welt verkündete Jesus seine Heilsvision - das Reich Gottes. Es ist die Verheißung einer Gottesherrschaft (Βασιλεια του θεου) unter der das Heil erblüht, das Böse überwunden ist und das Gute triumphiert. Alle Menschen leben in einer Kultur der Liebe, aus dem Geist Gottes heraus. Und alle Menschen führen ein Leben in Würde - sind in Gottes- und Nächstenliebe solidarisch miteinander verbunden. Mit dieser Vision zielt Jesu auf eine Neuordnung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Keiner soll ausgegrenzt und an dem Rand gedrängt werden, alle sollen solidarisch miteinander leben. Das Reich Gottes soll zu einem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit wachsen. Seine Vollendung liegt in der Zukunft.

 

Das Reich Gottes wächst

Doch die Zukunft hat schon längst begonnen. Das Reich ist mit Jesus Christus in die Welt gekommen. Er hat es gelebt und er ist dafür gestorben. Von Jesus aus wächst es, zuerst im Verborgenen wie das Wintergetreide unter der Schneedecke, dann aber gewinnt es an Größe, um letztlich Frucht zu bringen und die gesamte Welt zu umfassen. Von der Zukunft aus wirkt das Reich in die Gegenwart hinein, löst Freude und Hoffnung aus und die Bereitschaft, sich für das Gottesreich zu engagieren. Unsere Welt ist nach der Zukunft hin offen.

 

Reich Gottes und Nachfolge

Das Reich Gottes kann nur Gottes Werk sein. Doch alle Menschen sind eingeladen, in das Reich einzutreten. Dafür ist alles bereitet. Voraussetzung jedoch ist ein Glaube, der alle Furcht, allen  Zweifel und  Kleinmut überwindet. Er führt zur konsequenten Nachfolge Christi und vermittelt Geborgenheit. So beginnt das Reich in den Herzen der Menschen und setzt sich über die Tat fort. Indem sich Christen kompromisslos an Jesu orientieren, überwinden sie die Angst um sich selbst und damit auch ihren Egoismus. Der Andere wird zum Nächsten mit dem sie in Liebe verbunden sind. Und so finden sich Menschen, die ins Gottesreich eingehen, nicht mit dem bestehenden Unheil ab. Sie stellen sich in den Dienst des Reiches, arbeiten an der Überwindung aller gesellschaftlichen Trennungen, humanisieren so die Beziehungen zwischen den Menschen und die sozialen Verhältnisse auf dieser Welt. Sie bezeugen damit die erlösende Kraft der Gottesherrschaft.

 

Die Dimensionen des Reich Gottes

Das Reich Gottes ist differenziert gestaltet. Es hat eine religiös-spirituelle Dimension, welche das Leben aus dem Geist Christi heraus gestaltet. Es hat  damit zusammenhängend eine persönlich-existentielle Dimension, welche von der Umkehr über die Neugeburt oder Wiedergeburt hin zur Heiligung führt. Und das Gottesreich hat schließlich auch eine politisch-strukturelle Dimension, nach der die politisch-sozialen Verhältnisse im Geiste wahrer Menschlichkeit ausgelegt sind.

 

Gleichnisse, Bergpredigt und das Reich Gottes

Jesus ist in die Welt gekommen, um den Willen Gottes zu verkünden. Seine Botschaft - das Evangelium vom Reich Gottes - charakterisiert das Reich durch Gleichnisse, mit denen er das kaum Fassbare verdeutlicht. Mit der Bergpredigt wird den Menschen, die seinem Reich angehören, die ethische Grundlage für ihr Handeln an die Hand gegeben. Sie ist Vision, Verheißung und Wegleitung zugleich .

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