Reich Gottes  Glaube  Jesus  Nachfolge  Neugeburt  Heiligung           

                                                  Umkehr           

 

Der erste Schritt

Der erste Schritt zur Nachfolge und damit ins Gottesreich ist die Umkehr. Weitere müssen folgen. Umkehr ist die Hinwendung zum Gottesreich und gleichzeitig die Heimkehr zum eigenen Selbst. Deshalb ist Umkehr keine Buße in Sack und Asche, sondern etwas Freudiges, Erhebendes und Befreiendes. Denn Umkehr vermittelt die Überzeugung, schon auf dem richtigen Weg - dem Weg des Heils - zu sein.

 

Die Alternative

Was passiert aber, wenn die Menschheit das Heilsangebot Gottes nicht annehmen sollte? Christus verweist auf die umgekommenen Zeloten ( 2 ) und verkündet die wohl schärfste Alternative, welche die Heilige Schrift überhaupt kennt:

Ihr werdet genauso umkommen,
wenn ihr euch nicht bekehrt.

Lk 13,3

Die Realität bestätigt seine Aussage: Da sind die Millionen und Abermillionen, die durch bestialische Kriege, durch sinnlosen Hunger, durch vermeidbare Krankheiten und durch hausgemachte Umweltkatastrophen in einer Welt voll des Unheils schon umgekommen sind. Und ohne Umkehr hin zum Reich Gottes werden nochmals Millionen und Abermillionen weiterer Menschen umkommen - durch neue Kriege, durch weiteren Hunger und durch epidemisch sich ausbreitende Krankheiten und durch immer gigantischere Umweltkatastrophen.

 

Der Weg

Die Annahme des Heilsangebotes jedoch bedeutet die Entscheidung für die Überwindung des herrschenden Unheils. Verkrustungen sind aufzubrechen - Selbstverständliches in Frage zu stellen.

Der Weg beginnt mit innerer Umkehr. Das griechische Wort „metanoiéte“, das Umkehr bedeutet, enthält in seinem Kern das Wort Vernunft - griechisch „nous“. Umkehr unterliegt der Vernunft und so beginnt Umkehr mit Umdenken. Es gilt, von solchen Gewohnheiten Abschied zu nehmen, die der Verwirklichung eines christlichen Lebens im Wege stehen. Und Umkehr ist kein Akt, der einmalig vollzogen werden kann. Umkehr steht immer wieder von neuem auf der Tagesordnung. Sie ist ein ständiges Bemühen, wobei ein zeitweiliger Rückfall in die gängigen Verhaltensweisen dieser auf Konkurrenz aufgebauten Welt nicht entmutigen darf.

 

Einfach loszulassen

Umkehr wird in wachsamer Korrespondenz zur sozialen Umwelt ständig wiederholt und verbessert (3). Letztendlich heißt es, einfach loszulassen. Durch Loslassen kommt es zum Bruch mit dem bisherigen, unvollkommenen Leben:

Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und noch einmal zurückblickt,
taugt für das Reich Gottes.

 

Lk 9,62 

 

Anmerkungen:

(2) Sie setzten auf eine Befreiung mit Waffengewalt und starben im Guerillakampf gegen die römischen Besatzer.
(3)  Gleichnis von den wachsamen Dienern: Mk 13, 35
 

                                                                                                                                                                                                                     Meditation     Nächste Seite  Seitenanfang